Eingewöhnung

IN DER KINDERKRIPPE

 

Die Eingewöhnung ist die wichtigste Zeit für das spätere Vertrauensverhältnis zwischen Kind und Betreuerin, Eltern und Einrichtung. Deshalb ist es uns besonders wichtig, gerade bei den jüngeren Kindern diesen Prozess noch bindungs- und kindorientierter zu gestalten.
Zu Beginn besuchen wir die Familie einmal zuhause, bevor Sie mit dem Kind in die Einrichtung kommen. In der ersten Zeit sollte das Kind nur mit einer vertrauten Person den Vormittag in der Einrichtung erleben. Diese Zeit ist für den Anfang ausreichend, um Kontakt herzustellen und Vertrauen aufzubauen. Die Stundenzahl kann individuell abgestimmt und gesteigert werden. In den ersten Tagen übernimmt die vertraute Person noch alle anfallenden pflegerischen und sonstigen Tätigkeiten. Dies kann dann nach einigen Tagen vorsichtig verändert werden, indem die Bezugserzieherin Teile davon übernimmt. Nach zehn Tagen kann mit den ersten Versuchen des Loslösens, durch kurzzeitiges Verlassen des Gruppenraumes der vertrauten Bezugsperson, begonnen werden. Je nach Verhalten des Kindes wird der weitere Verlauf abgestimmt.
Wichtig ist es, dass die Eltern oder eine andere vertraute Bezugsperson sich viel Zeit für die Eingewöhnung nehmen und auf Abruf bereit sind, falls das Kind weint und sich nicht beruhigen lässt. Denn nur durch langsames Zurückziehen der Mutter / des Vaters kann das Vertrauen zur Einrichtung und dem Betreuungspersonal wachsen.
Ein vertrauensvolles Verhältnis zwischen Eltern und Betreuerinnen ist für die Zusammenarbeit sehr förderlich, diese wiederum überträgt sich positiv auf das Kind und damit auf die hoffentlich geglückte Eingewöhnung. Hilfreich und wichtig ist es oft, ein gemeinsames Ritual zu finden oder das Mitbringen von einem lieb gewonnenen Gegenstand wie Kuscheltier o. ä. Um beim Kind keine unnötigen Ängste entstehen zu lassen, ist es uns noch wichtig, dass die Bezugsperson sich deutlich vom Kind verabschiedet und ihm damit klar signalisiert: „Ich gehe jetzt - ich komme wieder – du kannst dich darauf verlassen“.
Am Ende einer gelungenen Eingewöhnungsphase möchten wir uns mit den Eltern zu einem kurzen Gespräch zusammensetzen in welchem wir auf die vergangenen Wochen zurückblicken und Vereinbarungen für die weitere Entwicklung treffen.

 

IM KINDERGARTEN

 

Einigen Kindern fällt der Einstieg in den Kindergarten leicht, sie sind neugierig und freuen sich auf die neue Umgebung. Dies gilt besonders für Kinder, deren ältere Geschwister die Einrichtung bereits besuchen, und die dadurch mit den Räumen, den anderen Kindern und den Erzieherinnen vertraut sind.
Andere Kinder tun sich dagegen mit der Trennung von den Eltern sehr schwer. Sie klammern sich an die Eltern, weinen und wollen keineswegs akzeptieren, dass sie nun allein im Kindergarten bleiben sollen. Mit einer kindgemäßen Eingewöhnung wird der Eintritt in den Kindergarten erleichtert und die gesamte Beziehungsarbeit zum Kind und seinen Eltern unter ein vertrauensvolles Vorzeichen gestellt. Je behutsamer das Kennenlernen von Erwachsenen und Kindern der Einrichtung, aber auch der Räume und Gewohnheiten vor sich geht, um so vertrauender wird das Kind die vielfältigen Eindrücke aufnehmen und sich ihnen öffnen können.
Damit die ersten Erfahrungen mit dem Kindergarten möglichst positiv ablaufen, bieten wir Eltern und Kindern die Möglichkeit, bereits im Vorfeld die Einrichtung kennen zu lernen. Nach der schriftlichen Zusage über die Aufnahme in den Kindergarten werden die Kinder für eine Woche am Vormittag eingeladen, ihre zukünftige Gruppe zu besuchen und erste Kontakte zu Kindern und Betreuerinnen aufzunehmen. Auch die Eltern sollten sich an diesen Vormittagen Zeit nehmen, ihr Kind zu begleiten. Hier können sie schon einmal hinein schnuppern, mit dem Kind zusammen spielen und  Stuhlkreise miterleben. Bei anstehenden Festen sind zukünftige Kindergartenkinder und deren Eltern immer herzlich willkommen.
Im September starten wir dann mit einer gestaffelten Eingewöhnung d. h. pro Woche beginnen max. 2-3 Kinder gleichzeitig in der Gruppe. Wie schnell sich ein Kind eingewöhnt, hängt von der Fähigkeit des Kindes ab, sich für überschaubare Zeit von den familiären Bezugspersonen trennen zu können und von seinen vorangegangenen Erfahrungen, seiner inneren Bereitschaft, sich an eine neue Person zu gewöhnen und ihr zu vertrauen.
Darum ist es sicher günstig, wenn auch in den ersten Tagen des regelmäßigen Kindergartenbesuchs die Eltern noch die Möglichkeit haben, für eine bestimmte Zeit mitzuspielen, oder das Kind auch nur für kürzere Zeit in die Einrichtung zu bringen, d. h. früher abzuholen. Eltern die ihr Kind in den ersten Tagen begleiten, sollen ihrem Kind als sicherer Hafen zur Verfügung stehen und sich nicht von anderen Dingen, wie Handy etc. ablenken lassen.
Eine sensible Zeit – auch nach einer gelungenen Eingewöhnungsphase – bleibt häufig noch lange der direkte Abschied am Morgen. Hier sind kleine Riten, kurze sich täglich wiederholende Abschiedsgesten, hilfreich für das Kind, so dass es – manchmal nach kurzem Protest oder Kummer – bereit ist, in die Gruppe einzusteigen und mitzuspielen
Zeitlich ausgedehnte Abschiedsphasen sind ebenso ungünstig für die morgendliche Ablösung. Mütter oder Väter, die ihrem Kind deutlich mit Worten und durch ihr Verhalten zu verstehen geben: „Wir können uns trennen, hier kannst Du bedenkenlos bleiben, ein spannender Spielmorgen wartet auf dich“ erleichtern ihm den Abschied.